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Dass die Italiener von Klimt 1918 nichts mit einem früheren Saarländischen
Ministerpräsidenten zu tun haben, war von vorneherein klar, dennoch bleibt der
Bandname reichlich rätselhaft. Ursprünglich hieß man Another Day und fabrizierte
unter diesem Banner progressiven Death Metal. 1999 benannte man sich dann um,
konnte mit einer Promo CD Aufsehen erregen ("Secession Makes Post-Modern Music")
und gereicht nun dem My Kingdom Music - Label zu Ehren. Wenngleich Italien nie
der ganz große Lieferant für extreme Metalklänge werden wird, so können sie doch
auf dem melancholischen Avantgarde Sektor punkten. Canaan oder Weltschmerz
präsentieren sich bereits als hervorragende Aushängeschilder des europäischen
Stiefels und Klimt 1918 steht Vorgenannten kaum nach.
Um es noch einmal deutlich zu sagen: 'Avantgarde' ist DER Begriff, welcher das
vierköpfige Bandgefüge prägt. Egal ob Cover (wahlweise eine Hundeschnauze oder
das Gesicht einer Frau, je nach Perspektive), Homepage (sehr stilvolles
schwarz-weiß) oder musikalische Einflüsse, hier will man nichts dem Gewöhnlichen
überlassen. Als Annäherungspunkte nennt der Pressetext Acts zwischen alten U2
und neuen Anathema, irgendwo ist das alles richtig, trifft den Kern aber auch
nicht 100prozentig. Kollege Marco Soellner (ein Südtiroler?), dessen Bruder
Paolo die Felle bearbeitet, ähnelt besonders stark einem Herren namens Roland
Orzabal und so verwundert es nicht, wenn einzelne Parts wie eine härtere
Variante von Tears For Fears um die Ecke schleichen. Besonders das
ausgezeichnete "We don`t need no music" atmet den melancholischen Geist der
80er, während andere Songs auch schon mal in Richtung Katatonia oder eben Canaan
schielen. Beim abschließenden "Stalingrad Theme" sorgt eine aggressive Double
Bass für etwas mehr Metal Feeling. Produziert wurde mal wieder bei Giuseppe
Orlando (Novembre), der mittlerweile zum Tägtgren Italiens avanciert und auch
ein paar Backing Vocals beisteuerte.
Wer sich eine Kombination aus 80er Dark Wave, atmosphärischem Metal und der
Geisteshaltung einer typischen OEC oder COLD MEAT Band vorstellen kann, liegt
hier völlig richtig und für den morgen drohenden Herbstanfang könnte es kaum
eine bessere Einleitung geben... In Deutschland erhältlich beim Grau-Mailorder
oder bei Perverted Taste!
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